Über die Schule

Die Integrations- und Berufswahlklasse (IBK) sind ein zweijähriges, staatliches Schulangebot, das frisch in die Schweiz eingereisten, nicht mehr schulpflichtigen Jugendlichen zwischen 16 und 20 Jahren offensteht. Die IBK sind ein Teil der Brückenangebote Basel, die im nachobligatorischen Schulbereich mit verschiedensten Angeboten Jugendlichen den Einstieg ins Erwerbsleben ermöglichen.

Die IBK werden ebenso von asylsuchenden Jugendlichen wie auch solchen mit einer regulären Niederlassungsbewilligung (B oder C) besucht. Ja, immer wieder müssen auch Jugendliche mit einem Schweizer Pass integriert werden, weil sie ihr Leben bisher in einem anderen Land verbracht haben. In einem Land, das ihnen Heimat bedeutet und das ihr Denken und Fühlen geprägt hat.

Ziel der IBK ist die berufliche und soziale Integration der Jugendlichen in die Schweiz. Idealerweise steigen die Jugendlichen nach dem Besuch der IBK (und einer allfälligen Zwischenlösung) in eine Berufsausbildung ein. Die IBK bestehen seit 1990. In dieser Zeit haben etwa 1'000 jugendliche Immigranten die IBK besucht. Im Schuljahr umfassen die IBK 12 Klassen (je 6 pro Jahrgang) mit je 16 Jugendlichen aus aller Welt.

www.sba-basel.ch

Anmerkungen der Regisseurin

Ich habe Herrn Zingg bei einem medienpädagogischen Filmprojekt mit seiner damaligen Klasse vor vier Jahren kennengelernt. Es beeindruckte mich, welches Vertrauen die Jugendlichen dem Lehrer schenkten. Als Herr Zingg mir von den unglaublichen Schicksalsgeschichten seiner Schüler erzählte, wurde mir klar, dass ich darüber einen Film machen wollte. Gemeinsam beschlossen wir, ihn und seine nächste Klasse von Schulbeginn bis Schulschluss während zwei Jahren zu begleiten.

Bei Drehbeginn war ich zunächst einmal neugierig auf all die jungen Leute, die sich auf dem Pausenplatz einfanden und welche Geschichten sie wohl mitbringen würden. Dabei hatte ich - im Nachhinein betrachtet - durchaus meine Vorstellungen und Vorurteile über die verschiedenen Nationalitäten der Jugendlichen. Je länger ich filmte, desto weniger konnte ich in Stereotypen denken und umso vielschichtiger wurden die einzelnen Geschichten und Schicksale. Was folgte, war das Eingeständnis meiner Vorurteile und dass ich begann, nur noch die Menschen zu sehen, in all ihren Widersprüchen und fern ihrer Heimat.
Die grosse Herausforderung für mich begann dann aber erst im Schnitt: Wie sollte ich diese intensiven Erfahrungen zweier Jahre in 90 Minuten Film aufzeigen und so einem Publikum zugänglich machen? Wie schaffe ich die Gradwanderung, einen dramaturgischen Spannungsbogen zu schaffen und trotzdem das Leben in seinen Graustufen zu zeigen?

Während monatelanger intensiver Auseinandersetzung mit dem Material ist die Erzählung NEULAND entstanden, von der ich mir erhoffe, dass sie die Zuschauer berührt und öffnet für die Schicksale dieser jungen Migranten, die tagtäglich in Not zu uns gelangen.