Herr Zingg

Christian Zingg, geb. 1955, wohnt schon Zeit seines Lebens in Basel und unterrichtet seit 1991 an den Integrations- und Berufswahlklassen. Den Ausgleich zu seiner Arbeit findet er zu Hause bei seiner Familie, in seiner Fasnachtsclique, beim Bücher schreiben, bei kulturhistorischen Führungen für Gruppen, beim Wandern und vielem mehr.

” Viele Schüler und Schülerinnen der IBK sind nicht freiwillig aus ihrer Heimat weggegangen, sondern wurden durch die zum Teil erschütternden Lebensumstände dazu gezwungen. So haben fast alle Jugendlichen zu Beginn ihrer IBK-Zeit den sehnlichsten Wunsch, möglichst schnell wieder nach Hause zurückzukehren, obwohl sie in ihrem Innersten wissen, dass dies nicht möglich ist. Erst nach und nach beginnt der Integrationsprozess. Bei den einen setzt dieser etwas früher und schneller ein, bei den andern dauert es eine Zeit, bis sie bereit sind, sich ihrem neuen Schicksal zu stellen. In allen Fällen aber ist der Abschied von der Heimat und der Übergang ins neue Leben ein schmerzlicher, aber auch spannender Prozess."

Eshanullah

Ehsanullah kommt aus Afghanistan und stammt aus einer armen Bauernfamilie. Um seiner Familie und sich eine Lebensgrundlage zu sichern, verliess er mit 16 Jahren sein Land und kam eher durch Zufall als gewollt in die Schweiz. Schon während der Integrationsklasse fand Ehsanullah Hilfsarbeit in einem Restaurant, wo er bis heute kocht. Nun möchte Ehsanullah eine Lehrstelle als Koch beginnen und ist auf Lehrstellensuche, worin ihn Herr Zingg weiterhin engagiert unterstützt.

«Als wir in Basel ankamen fragten wir einen Buschauffeur wo das Asylheim sei und er zeigte uns den Weg. Aber da es Wochenende war konnten wir uns nicht anmelden. So haben wir zwei Nächte im Park geschlafen. Es war Winter und sehr kalt.»

Ismail

Ismail Aliji ist Nazlijes jüngerer Bruder. Ismail fand nach der IBK eine Lehrstelle bei einer Sanitärfirma, wo er für seinen Fleiss sehr geschätzt wird.

«Wenn ich mich vor zwei Jahren vorstelle, dann lache ich. Am Anfang, als ich in die Schweiz gekommen bin, habe ich von der Schweiz nur den Namen gehört. Es war sehr schwierig am Anfang. Ich konnte kein Deutsch sprechen, gar nichts.»

Hamidullah

Hamidullah ist Ehsanullahs Freund und kommt ebenfalls aus Afghanistan. Im Gegensatz zu Ehsanullah ging er lange zur Schule und ist sehr gebildet. Hamidullah schreibt Gedichte und Lieder über seine Heimat, die er eigentlich nie verlassen wollte. Hamidullah fand nach der IBK eine Hilfsarbeit in einer Bäckerei. Er wohnt zusammen mit Ehsanullah.

«In der Schweiz habe ich mit einem neuen Leben angefangen: Andere Sprache, andere Kultur, einfach alles ist anders als in meinem Heimatland. Ich musste neue Kollegen kennen lernen, und die Kollegen, die ich in meiner Heimat gehabt habe vergessen. Ich glaube, einen Kollegen zu finden ist einfach, aber schwierig ist es einen guten Kollegen zu finden.»

Nazlije

Die Albanerin Nazlije Aliji wuchs mit ihrem kleinen Bruder Ismail bei der Mutter in Serbien auf. Ihr Vater wohnt schon seit über 20 Jahren in der Schweiz. Nach dem Tod der Mutter zogen Nazlije und Ismail zum Vater und seiner neuen Frau. Nazlije fand nach der IBK eine Lehrstelle als Alterspflegerin bei der Spitex Basel, wo sie bis heute mit grossem Engagement arbeitet.

«Ein neues Land, eine neue Kultur, eine neue Mentalität war für uns da. Man kommt zur Schule und sieht verschiedene Leute mit verschiedenen Mentalitäten und Hautfarben. Einer sagt "Guten Morgen", der andere "Good  Morning", die anderen "miremengjesi" usw. Man beginnt miteinander zu reden, obwohl niemand Deutsch kann. Die Körpersprache war die einzige Lösung für die Leute, die kein Englisch konnten. Trotzdem haben wir Verständnis füreinander gehabt. Alle haben über ihre Kultur erzählt und die Gründe warum sie in die Schweiz gekommen sind. Von jeder Sprache, die in unserer Klasse geredet wurde, habe ich ein paar Wörter kennen gelernt.»

Herr Schultheiss

Andreas Schultheiss unterrichtet in der Klasse Werken, Biologie, Turnen und Berufswahl. Er ist eine wichtige Bezugsperson für Christian Zingg und auch er begleitet die SchülerInnen mit grossem Engagement.

Hossein

Hossein ist der dritte Afghane in der Klasse. Er ist Vollwaise und kam mit 15 Jahren als «minderjähriger Alleinreisender» in die Schweiz. Hossein besuchte nach der IBK zuerst eine Vorlehre im Metallbereich und fand nun eine Lehrstelle als Sanitär.